„Ave Cäsar! Hier die Niederlassung Trier!“

Vielleicht waren die genauen Worte ein wenig anders und das Kommunikationsmedium war nicht die Sprachnachricht in WhatsApp. Aber die deutsche Stadt war der verlängerte Arm Roms.

Die Stadt Trier ist die viertgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz. Gleichzeitig gilt Trier auch als die älteste Stadt Deutschlands. Ein Besuch der Altstadt erinnert stark an Italien. Das ist auch kein Wunder, denn die Stadt Trier wurde von den Römern gegründet. Der ursprüngliche Name war Augusta Treverorum. Die damalige Stadtmauer war 6,4 km lang. An einigen Stellen der Stadt sind noch Teile davon zu erkennen. Das nördliche Stadttor ist heute noch erhalten und kann besichtigt werden. Wer sich nicht anstellen und auch kein Geld bezahlen möchte, kann durch das Porta Nigra hindurchlaufen, ohne die einzelnen Etagen zu besichtigen. Porta Nigra bedeutet „Schwarzes Tor“.

Porta Nigra
Durch das Porta Nigra in die Altstadt von Trier

Ja, es ist eben nicht nur eine normale Tür, sondern ein Gebäude mit mehreren Gängen und Sichtöffnungen. Mit dem Durchgang durch das Porta Nigra gelangen wir in die Innenstadt von Trier.

Die aufregende Geschichte der Stadt Trier

In Trier war früher so einiges los. Große Bekanntheit hatte der Philosoph Karl Marx noch zu Lebzeiten erlangt, der am 05. Mai 1818 in Trier geboren ist. Er war ein aktiver Kritiker des Kapitalismus, dessen Ansichten in dem dicken Buch „Das Kapital“ nachzulesen sind. Seine Ansichten waren alles andere als beliebt. So folgte unter anderem die Ausweisung aus Brüssel, die Abkehr aus Paris und das Exil in London. Heute allerdings, ist er Namensgeber vieler Straßen, selbst ein ICE wurde nach Karl Marx benannt. Die Stadt Chemnitz trug ebenfalls lange Zeit den Name „Karl-Marx-Stadt“. Fassen wir zusammen, so war es einer der Söhne Triers, der in Europa für viel Wirbel sorgte. Mag man von den Sichtweisen halten was man möchte, bekannt war und ist er noch in der Gegenwart.

Karl Mark in Trier
Die große Statue von Karl Marx

Noch heute können wir am Geburtshaus von Marx vorbeispazieren, eine große Statue des Gesellschaftstheoretikers begrüßt uns ebenfalls, vor dem Zutritt der Altstadt.

Die Geschichte von Trier ist noch älter

Wie schon erwähnt, wure die Stadt Trier von den Römern erbaut. Die damalige Siedlung, trug den Namen: Augusta Treverorum. Durch die frühe Gründung, ca. 17 v. Chr., blickt die Stadt auf über 2.000 Jahre zurück. Damals war Trier noch der Regierungssitz des weströmischen Reiches. Die römischen Einflüsse sind deutlich zu erkennen. Das noch erhaltene Porta Nigra, die Reste der Stadtmauer und die Relikte des Amphitheaters sind sehenswerte Beispiele, die heute noch an die Zeit erinnern. Rom selbst ist natürlich älter, aber Trier war ja nur ein Außenposten.

Wir spazieren über die älteste Brücke Deutschlands

Wer sich einen schönen Blick über die Stadt Trier gönnen möchte, sollte auf den Petrisberg gehen. Es ist einer der am meisten besuchten Aussichtspunkte der Region. Unterhalb des Petriberges werden die Reste des Amphitheaters restauriert. Vom Petrisberg erkennen wir alle bedeutenden Bauwerke der Stadt.

Blick auf den Trierer Dom
Der Trierer Dom fällt auf

Beim Schweifen über das historische Areal, haben wir die ganze Zeit die Mosel im Blick. Dabei erkennen wir die älteste Brücke Deutschlands. Die Römerbrücke, die auch „alte Moselbrücke“ genannt wird, spannt sich über die Mosel. Sie stellt einer der wichtigsten Verbindungen für Autos, Radfahrer und Fußgänger dar.

Römerbrücke
Die Römerbrücke gilt als die älteste Brücke Deutschlands

Die alte Römerbrücke ist seit 1986 Teil des UNESCO-Welterbes Römische Baudenkmäler. Bereits um 17 v.Chr. gab es an der gleichen Stelle eine Holzbrücke (wir kennen die Jahreszahl bereits). Ca. 150 Jahre nach Christus, entstand die zweite Steinbrücke, nachdem der erste „Steinversuch“ vorher zerstört war. Somit ist die älteste Brücke Deutschlands, die dritte Moselbrücke an der Stelle. Den Erzählungen nach, sollte die Brücke durch die Deutschen im zweiten Weltkrieg gesprengt werden. Allerdings ging das kräftig schief. Das ist gut so, denn so steht weiterhin der steinerne Zeitzeuge, des alten Römischen Reiches.

Kein Wunder dass wir uns fühlen, als seien wir im alten Rom. Es ist schon aufregend, wenn man einfach so und ohne Eintritt, über ein so antikes Bauwerk spazieren kann. Wir laufen also auf der ältesten Brücke Deutschlands hin und her, schlendern drunter druch, laufen an der Mosel entlang und blicken dabei immer auf die 8 Bögen. Auf der Brücke steht ein Kruzifix, dass nach der teilweisen Zerstörung durch französische Truppen aufgestellt wurde (Zwischen 1716 und 1718).

Cruzifix alte Moselbrücke
Das Cruzifix auf der alten Moselbrücke

Unabhängig des Aussehens, gibt es eine weitere Erinnerung an die verrückte Römerzeit. Die Hinweisschilder zur Brücke, stehen in der Stadt und weisen vom selben Pfeiler in verschieden Richtungen. Zur Römerbrücke geht es dort lang. Zur Römerbrücke geht es auch hier entlang und auch in die entgegengesetzte Richtung. An solch einen Plan erinnern wir uns gut. In dem Zeichentrickfilm „Asterix erobert Rom“ gibt es einen Wegeplan mit vielen Pfeilen, in alle möglichen Richtungen. Nur ist es in Trier doch nicht so verrückt, denn die Stadt will erkundet werden. So führen die Wege durch unterschiedliche Stadtbezirke. Ein Weg davon führt am Geburtshaus von Karl Marx vorbei. So ist es eben: Alle Wege führen nach Rom, oder eben zum Aussenposten des Weströmischen Reiches. Nach Trier!

Die Zeit zwischen der alten Brücke und Karl Marx

Nachdem die Stadt entstand und über die Alte Moselbrücke erreichbar war, gab es weitere histoische Bauten, die Stück für Stück entstanden. Dabei sticht der Trierer Dom hervor. Die Hohe Domkirche St. Peter zu Trier, gilt als die älteste Bischofskirche Deutschlands. Und schon wieder haben wir etwas der „ältesten Deutschlands“.

Trierer Dom
Der Trierer Dom ist ein kollossales Bauwerk

Das imposante Bauwerk steht fest und wirkt, als wäre es nicht erschütterbar. Eben ein Zufluchtsort! Mit dem Bau des Trierer Doms wurde bereits um 310 n. Chr. begonnen. Das ist nun schon einige Jahre her! Dass es sich um das größte Bauwerk der Stadt handelt, ergibt sich durch die Maße von ganz allein: 112,5m lang und 41m breit! Die Folgen der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, wurden rasch beseitigt. Gemeinsam mit der Liebfrauenkirche, die sich unmittelbar dem Trierer Dom anschließt, gesellt sich das Bauwerk zur Römerbrücke, in die Liste des UNESCO-Welterbes Römischer Baudenkmäler. Ein beeindruckender Bau, der sich auf Grund der Größe nicht als Ganzes auf das Foto bringen lässt. Dazu bräuchten wir ein anderes Objektiv. Das werden wir mal besorgen müssen.

Das Gleiche gilt für die Konstantinbasilika. Als ehemaliger Teil des Thronsaals von Kaiser Konstantin, misst das Bauwerk eine Länge von 71m und hat den größen Einzelraum der Antike in sich. Zwischenzeitlich wird die Basilika „Kirche zum Erlösers“ genannt. Kein Wunder, denn neben der gewaltigen Länge, ist die Basilika 32,6m breit und über 36m hoch. Enorm!

Konstantin Basilika
Die Konstantinbasilika hat den größten Innenraum, der frei von Säulen ist

Nach der Zerstörung im zweiten Weltkrieg wurde das kollossale Bauwerk repariert und 1956 neu geweiht. Auch die Konstantinbasilika schließt sich dem Bund des UNESCO-Welterbes Römischer Baudenkmäler an.

Wenn wir schon einmal in der Gegeng sind, dann schlendern wir ein paar Schritte weiter, zum Kurfürstlichen Palais. Der Palast wurde im 18 Jhd. errichtet und dient heute verschiedenen Behörden und der evangelischen Kirche als Arbeitsplatz. Interessant ist, dass der Palais zum Teil auf dem ehemaligen Gelände der Konstantin Basilika steht. Diese wurde ja in der Vergangenheit mehrfach um- bzw. neu aufgebaut. Im 19. Jahrhundert wurde aus diesem Grund, ein Teil des Kurfürstlichen Palais abgerissen. So konnte die Konstantin Basilika wieder errichtet werden.

Kurfürstlicher Palais in Trier
Der Kurfürstliche Palais in Trier hat einen schönen Garten

Der schöne Garten, welcher zum gemütlichen Verweilen einlädt, hat die Tore für jedermann geöffnet und ist wirklich idyllig. Es ist ein Spaziergang durch den königlichen Hof. Ein gepflegter Garten mit antiken Statuen.

Porta Nigra – das letzte erhaltene Stadttor

Das Porta Nigra ist das rebellische Stadttor. Als letztes von 4 Zugängen der Römerstadt, ist es heute noch erhalten und gewährt uns Eintritt in die Altstadt von Trier. Durch die beeindruckende Größe, gilt das Tor als Wahrzeichen der Stadt. Selbstverständlich, hat das Portal heute noch einige Augaben zu erfüllen.

Porta Nigra in Trier
Das Porta Nigra in Trier gehört zu den Wahrzeichen der Stadt

Das Porta Nigra ist Hintergrundkulisse für Portraitaufnahmen. Gleichzeitig ein Ort, in dessem Inneren die Reise in die alte Römerzeit beginnt.

Spazieren in Trier

Es ist ein herrlicher Tag, an dem wir die Stadt erkunden. Es ist warm, die Sonne scheint und der Himmel strahlt blau, mit ein paar weißen Moppelwolken. Ein paar Spaziergänger laufen an der Mosel entlang, andere fahren mit dem Paddelboot. Natürlich nutzen die Radfahrer das tolle Wetter und die schöne Landschaft, um die Natur zu genießen. Die Häuser integrieren sich wunderbar ins Landschaftsbild, es ist herrlich!

Ein Spaziergang an der Mosel
An der Mosel kann man wunderbar spazieren gehen

Unser Spaziergang durch Trier, entlang der Mosel, gestaltet sich wie ein Weg ins alte Rom. Auf den roten Bergen zeigen sich prächtige Villen, umgeben von herrlich grünen Bäumen und Sträuchern. Von dort oben ergibt sich der fantastische Blick aufs Wasser von selbst. Oftmals denken wir, dass wir gerade in Italien sind. Besonders im Frühjahr und im Sommer verstärkt sich dieser Eindruck. Hier gibt es sie also auch, diese rot schimmernden Berge, oder Hügel. Während dem Spaziergang, haben wir einen tollen Blick, auf die alte Römerbrücke.

Beim Chillen an der Mosel, laufen wir am Zollkran vorbei. Der alte Moselkran funktioniert ganz einfach: mit Muskelkraft! Ab in die Pedale!

Alter Zollkran in Trier
Der alte Zollkran in Trier funktioniert nach dem Prinzip „Muskelkraft“

Schön treten! Wegen des einfachen Antriebes, wird der Kran auch Turmtretkran genannt. Er befindet sich am Moselufer, nahe dem Hauptzollamt.

Trier aus der Vogelperspektive

Als wir durch Trier gehen und ein Bauwerk nach dem anderen anschauen, stellen wir doch immer wieder fest, dass die Bauten sehr groß sind und nur teilweise als Ganzes zu sehen. Zu nah ist die nächste Wand. Wir erinnern uns an Physik Klasse 6? Das Thema mit der Gegenstandsgröße und der Bildweite und…

Also beschließen wir, uns die Stadt von oben anzuschauen. Dazu fahren wir zuerst auf den Markusberg, denn dort steht die Mariensäule. Schon vom Moselufer ist uns das Monument ins Auge gefallen.

Mariensäule
Die Mariensäule fällt sofort ins Auge

Wir haben die Wahl: Entweder wir sind faul und nehmen das Auto, oder wir wandern nach oben. Der Wanderweg hat auf jeden Fall seine Vorzüge, denn die Landschaft ist toll, ständig werden wir mit einer tollen Aussicht belohnt. Ein Blick nach links, ein Blick nach rechts. Mit dem Auto ist das nicht ganz so einfach. Die Straße ist schmal, der Blick gehört eben auf die Straße! Immerhin müssten wir das letzte Stück (wenn auch ein kleines Stück), sowieso zu Fuß laufen. Nun sind wir oben! Tja, was gibt es denn da zu sagen: Die riesige Mariensäule misst eine Höhe von 40,9m. Deswegen lässt sich die Säule auch nur von weitem fotografieren. Leider gab es 1905 einen Unfall, so dass der Zugang zur Plattform für Touristen gesperrt ist. Was es bezüglich dem Ausblick auf die Stadt Trier zu sagen gibt ist: WOW!

Wir werfen einen Blick auf den Trierer Dom, die Mosel, weitere bedeutende Beuwerke und natürlich auf die älteste Brücke in Deutschland.

Blick auf die alte Moselbrücke
Dort ist die alte Moselbrücke

Ein Stück entfernt, fahren wir auf einen anderen Berg, den Petrisberg. Von dort genießen wir ebenfalls die Aussicht mit allen Sinnen. Diesmal aus einer anderen Perspektive. Nun schauen wir Weinfelder hinunter und staunen. Es ist toll! Unterhalb des Petrisberges stehen die Reste des Amphitheaters, die gerade aufwendig restautriert werden.

Blick auf Trier
Ein wunderbarer Blick auf Trier

Trier ist eine tolle Stadt. Leider haben wir nur einen kleinen Teil gesehen, aber wir werden wieder kommen und uns dafür mehr Zeit nehmen.

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