Es ist wieder so weit und meine nächste Reise nach Südamerika steht vor. Die Bahn von Heidelberg nach Paris ist gebucht.

Zwischenzeitlich ist ein Jahr vergangen und wir wollen unser einjähriges Jubiläum feiern. Eigentlich wollte Barbara mich in Deutschland besuchen. Das hatte aber leider nicht funktioniert. Also mache ich mich auf die Suche nach einem günstigen Flug. Ich suche sehr gerne Flüge und möchte dabei Geld sparen. Es ist wie ein Spiel.

Flug und Bahnticket gebucht

Ich nehme einen super günstigen Flug von Paris nach Montreal und fliege mit Air Canada für 278 Euro hin und zurück. Ich habe mir gedacht: „Erst mal über den großen Teich! Danach sehen wir weiter, denn es ist möglich für wenige Meilen durch Amerika zu fliegen.“

Da ich Air Canada noch nicht kenne, möchte ich auch diese Fluggesellschaft einmal ausprobieren. Es ist ein Tarif ohne Gepäck, allerdings bringt mir der Star Alliance Goldstatus ein gratis Koffer direkt in den Gepäckraum.

Nachdem ich mir meine bezahlten Flüge und auch die Prämienflüge zusammen gebucht hatte, starte ich mit der Bahn nach Paris. Ich wollte den TGV ausprobieren, der auch in meiner Ursprungsverbindung enthalten war. Ich suche mir kurzfristig eine gute Verbindung von Heidelberg nach Paris, und wieder zurück. In der zweiten Klasse zahle ich dafür 132,60 Euro, allerdings müsste ich so noch 4 Euro pro Fahrt bezahlen, um einen Sitzplatz zu reservieren. Nun sehe ich die 1. Klasse, inklusive Sitzplatz für jeweils 8 Euro mehr. Also denke ich mir: „Ich reise in der 1. Klasse!“ Meine Verbindung hatte ich bei Omio gefunden.

Mein Abenteuer nach Südamerika hat Verspätung

Meine geplante Verbindung führt von Heidelberg nach Karlsruhe. 20 Minuten später soll der TGV in Karlsruhe nach Paris Gare de l’Est starten. Als ich am Heidelberger Hauptbahnhof ankomme, zeigt die große Tafel mit den Abfahrten an, dass sich mein Zug um 16 Minuten verspätet. Das wird ein Spaß, denn für den Gleiswechsel habe ich nur wenige Minuten Zeit. Ich setze mich also auf den Bahnsteig und denke mir, dass ich noch ein wenig Zeit habe. Also rufe ich eine enge Freundin an, die heute Geburtstag hat. Wir telefonieren, der Zug fährt ein und ich sage Tschüss, tschüss und tschüss. Ich habe zu spät „tschüss“ gesagt und mir fährt der Zug vor der Nase weg.

Also renne ich über den Heidelberger Hauptbahnhof und gehe zum Serviceschalter. Dort erklärt man mir, dass ich ins Bahn-Reisezentrum gehen muss, um meine Fahrkarte auszutauschen. Jetzt flitze ich zum Bahn-Reisecenter und erkläre voller Überzeugungskraft, dass mir der Zug vor der Nase weggefahren ist. Ich hätte den Anschlusszug ohnehin nicht erreicht.

Siehe da, die Dame tauscht mein Ticket um. Sie sagte: „Sie lassen es jetzt nicht einreißen, sprinten zum Bahnsteig 5 und steigen sofort in die Bahn nach Mannheim ein.“ Ich renne also mit meinem Reisesafe und Koffer durch den Bahnhof und ziehe meinen Koffer hinter mir die Treppe runter. Manchmal staune ich über mich selbst, denn eigentlich bin ich übergewichtig, faul und unsportlich. Gut, ich schwitze ohne Ende und als ich im Zug sitze, keuche ich in Hochfrequenz. Derzeit gilt in den deutschen Zügen noch die Filterpflicht.

Aber was soll’s, ich will unbedingt zu Barbara nach Cartagena und deswegen muss ich zum Flieger nach Paris. Punkt!

Ich liebe die Verspätung der Bahn von Heidelberg nach Paris

Die Bahn ist schnell in Mannheim und wir fahren auf Gleis 1 ein. Toll, der ICE fährt vom Gleis 1 ab. Ich muss also nicht flitzen. Als ich in Mannheim angekommen bin, stelle ich überrascht fest, dass ich nicht rennen muss. Der Zug hat 15 Minuten Verspätung.

Entspannt mit dem ICE von Mannheim nach Paris
Am Abend ist das Abteil fast leer und ich chille im Zug

Ich liebe es, wenn die Bahn Verspätung hat, auch wenn ich das vorhin noch ganz anders gesehen hatte. Ich stehe also entspannt am Bahnsteig, schlemme ein Stück Kuchen (Nussecke) und warte auf den ICE nach Paris. Jetzt schicke ich Barbara eine Sprachnachricht und sage ihr, dass der Zug Verspätung hat und ich später in Paris bin. Aber immerhin bekomme ich morgen früh meinen Flug.

Nun kommt er, der Zug nach Paris. Aus dem TGV ist zwischenzeitlich ein ICE geworden. Es ist ruhig und der Zug fährt über Kaiserslautern und Saarbrücken direkt nach Paris. Ich ruhe mich etwas aus und komme 23.01 Uhr in Paris an.

Mit der Deutschen Bahn nach Paris – Ankunft am Bahnhof

Um diese Uhrzeit ist es leider nicht mehr möglich, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Hotel zu kommen (auch nicht in Paris!) und so buche ich mir ein Taxi über Sixt ride. Schnell noch mit der Kreditkarte bezahlen (Meilen sammeln nicht vergessen) und schon erhalte ich die Nachricht, dass der Fahrer in 3 Minuten am vereinbarten Treffpunkt ist.

Ich klicke in der App auf die Karte und staune, dass ich einen Treffpunkt ausgewählt habe, zu dem ich schnell laufen muss. Der Bahnhof Paris Gare de l’Est ist eben kein Provinzbahnhof. Ich renne also mit meinem Koffer durch die belebten Straßen von Paris. Nun sehe ich mein Taxi auf der anderen Straßenseite und marschiere hin. Ab geht’s, zum Hotel!

Letzte Übernachtung in Europa und dann beginnt das Abenteuer in Südamerika

Paris ist eine sehr verkehrsreiche Stadt und hat viele rote Ampeln. Ich glaube, wir hatten jedes Rot, was es geben kann, aber der Tag war auch lang. Nach 45 Minuten, gefühlte 189 rote Ampeln und ein paar verrückten Menschen auf der Straße, kam ich dann endlich im „Novotel Paris Charles de Gaulle Airport“ an.

Im Novotel Suite Paris Charles de Gaule Airport übernachten

Ich mache mir einen Kaffee, hänge meine Elektrogeräte an den Strom und schreibe mit Barbara. Ich buche das Shuttle (es kostet nur 4 Euro), stelle mich unter die Dusche und stelle mir den Wecker auf 05.00 Uhr. Mist, das wird eine kurze Nacht. Ich schlafe schnell, tief und fest ein. Demzufolge muss der Wecker am nächsten Morgen auch eine gewisse Hochleistung erbringen. Die Technik ist sehr ausdauernd und nervtötend. Dennoch erhole ich mich ein paar Stunden von der Fahrt mit der Deutschen Bahn nach Paris.

Nach der Fahrt mit der Bahn von Heidelberg nach Paris ausruhen
Hier schlafe ich gemütlich ein

Langsam quäle ich mich aus dem Bett. Ich denke daran, dass heute mein Flug nach Montreal in Kanada startet und plötzlich bin ich putzmunter. Auf zu meiner kleinen Schokolade. Da mich Barbara immer „weiße Schokolade“ nennt, darf ich sie auch „braune Schokolade“ nennen.

Ich habe lange überlegt, ob man das so auf einem Blog schreiben darf, denn neuerdings werden auch unsere Kindheitsidole ausgerottet. Winnetou, der Indianerhäuptling, gehört ja zu den ganz schlimmen Ausdrücken unserer Zeit. Auch da haben ein paar Irre dafür gesorgt, dass man Schwierigkeiten bekommen könnte, wenn man Worte wie Indianer verwendet. Dabei war genau dieser Indianer einer der Guten, jemand, der gemeinsam mit dem Gringo für Gerechtigkeit kämpft. Schrecklich, was in unserem Land passiert. Immerhin werde ich morgen auch ein Gringo in Südamerika sein. So hatte mich der freundliche Mann am Amazonas im letzten Jahr auch genannt, als er mit seinen Badelatschen durch den Matsch flitzte.

Ab geht’s zum Shuttle, denn heute fliege ich das erste Mal mit Air Canada.