Bogota ist eine große Metropole und die Hauptstadt Kolumbiens. Die Stadt hat mehr als 7 Millionen Einwohner und ist ein wichtiger Verkehrspunkt. Die meisten internationalen Flüge landen zuerst in Bogota. In der riesigen Metropole kommen die Touristen an und stellen sich bei den Grenzbeamten in die lange Schlange.

Bogota ist eine quirlige Stadt mit ebenso temperamentvollen Gehwegen. Die Frage ist nämlich nicht ob es ein Loch gibt, sondern wie groß es ist. Fuß umknicken ist vorprogrammiert! Das hat mich auch getroffen. Tja Glück gehabt, denn ich kann noch laufen. Nur eine seitliche Beugung ist etwas schmerzhaft, aber da muss ich durch. Denn die Gehwege in Bogota lassen mir keine andere Wahl. Aufpassen ist also auf jeden Fall angebracht denn überall gibt es große Löcher. Wenn ich „große Löcher“ schreibe, dann möchte ich auch genau das damit ausdrücken.

Fußweg in Bogota
Dieser Fußweg ist einer der guten

Kolumbiens Hauptstadt hat riesige Distanzen. Das zeigt sich bspw. an den Gebäuden der Universität, denn diese erstreckt sich nicht auf einen einzigen Campus, sondern verteilt sich durch die Stadt. Das ist ähnlich wie an der Uni Heidelberg. Allerdings ist Bogota wesentlich größer als das winzige Heidelberg.

Universidad de Clombia
Die Universität von Kolumbien

Nach langem Fußmarsch mit schmerzenden Seitwärtsbewegungen meines linken Fußes, komme ich an ein Gebäude der Universidad de Colombia. Das kannte ich zwar schon, aber ich zwischenzeitlich bin ich schon in einer anderen Straße angekommen. Gegenüber der Universität, welche sich in gepflegten Häusern der britischen Architektur befindet, stehen viele Zeltplanen aus Kunstsoff auf einem großen Platz. Die Polizei gewacht dieses Gebiet streng.  Überhaupt fühle ich mich sehr sicher in Bogota, denn die Polizei steht gefühlt an jeder Ecke. Auf dem Boden liegen die Rottweiler entspannt in der Sonne.

Zelte in Bogota
Zelte aus Kunststoff in Bogota, gegenüber der Universität

Wie ist das Klima in Bogota?

Obwohl der Himmel bedeckt ist und mir mein geistiges Auge eine kalte Wetterlage vorspielt, ist es nicht kalt und ab und zu blinkert die Sonne durch die Wolkendecke. Merkwürdig, trotz der grauen Wolken habe ich mir einen Sonnenbrand eingefangen. Wie das so täuschen kann. Novembergrau in Deutschland ist genau das: Grau, kalt und Nass. In Kolumbien ist der November eben anders.

Das Klima der kolumbianischen Hauptstadt ist recht einfach zu beschreiben: in Bogota herrscht gemäßigtes Klima vor. Durch Kolumbien schlängelt sich der Äquator, so dass in der Hauptstadt eigentlich tropisches Klima vorherrschen sollte. Allerdings liegt Bogota in den Anden und weist eine ordentliche Höhe auf.

In dieser Höhe sind die Temperaturen deutlich kälter als an der Karibikküste Kolumbiens, oder am Amazonas. Dennoch schmücken Palmen und andere tropische Pflanzen das Bild, denn die Durchschnittstemperatur fällt selbst im Juli nicht auf unter 14 Grad. Der Juli ist statistisch gesehen zwar der kälteste Monat, allerdings sind die Schwankungen so gut wie nicht vorhanden und bewegen sich um die 2 °C. In der Nähe des Äquators schwanken die Temperaturen zwischen Sommer und Winter im Allgemeinen nicht. Das Gleiche gilt für die Sonnenscheindauer. Aus diesem Grund sind die Kolumbianer clever und unterscheiden nicht zwischen Sommer- und Winterzeit. In Arizona und Hawaii gibt es diesen Quatsch auch nicht.

Aufgrund der umgebenden Berge, wie den Monserrate, stauen sich die Wolken und lassen den Berg in einem mystischen Nebel erscheinen. Genau so, wie wir eigentlich den November kennen.

Wie hoch liegt Bogota?

Bogota ist eine typische Andenstadt und liegt auf einer Höhe von 2.640m. Für das Andenflair ist sie umgeben von noch höheren Berggipfeln. Zu nennen sind die zwei Berge: Guadalupe und der Monserrate. Der Monsterrate spielt eine ganz besondere Rolle, denn er ist ein Touristenmagnet und gleichzeitig ein Wallfahrtsort mit Wunschbrunnen.

Cerro de Monserrate – ein herrlicher Blick auf die Stadt und das typische Flair der Anden

Der Monserrate ist von den meisten Stellen Bogotas problemlos zu sehen, so dass man schon von einem Markenzeichen sprechen kann. Der Name Monserrate kommt von Montserrat-Gebirge in der Nähe von Barcelona (Spanien).

Monserrate bei Bogota
Auf dem Monserrate ist es wie im Bilderbuch

Wie schon erwähnt, liegt Bogota 2.640 m hoch. Die Luft ist dünn! Das merke ich deutlich, als ich gleich an meinem ersten Tag durch die Stadt spaziere. Laut Routenplaner sind es vom Hotel (Mercure Calle 100) nur 10,3 km Fußmarsch bis zum Monserrate. Also ab geht’s! Doch ich japse und schnaufe. In Coronazeiten ist japsen und schnaufen etwas wie Psychofolter. Denn immerhin habe ich beim Ausfüllen des Migrationsformulars angegeben, dass ich nicht an Kurzatmigkeit leide. Nun gut, hoffentlich sieht das niemand und weiter geht’s zum Berg.

Es gibt drei Möglichkeiten auf den Monserrate zu kommen: zu Fuß oder mit einer der beiden Seilbahnen: die Standseilbahn und die Pendelseilbahn. Ich habe mich für das Modell Zugspitze entschieden und nehme die, die an einem Seil hängt, wie es sich für eine echte Seilbahn gehört.

Mit der Seilbahne auf den Monserrate
Mit der Seilbahn geht es auf den Monserrate

Die Fahrt mit der Seilbahn, inklusive Eintritt in die Basilika, kostete 22.000 kolumbianische Pesos. Waaaaaas? Zweiundzwanzigtausend? Achso klar, mit Hin und Rückfahrt natürlich!

Es ist schon ein wenig erschreckend, wenn diese großen Zahlen ganz selbstverständlich genannt werden. In Deutschland habe ich noch nie 22.000 Euro für eine Fahrt mit der Seilbahn bezahlt (noch nicht). Von meinem Vivid-Konto wurden dann aber nur 5.14 Euro abgebucht. Gut, denn diese Zahl versöhnt mich etwas.

Ich habe mich also brav an die Schlange gestellt, das Ticket gekauft und mich dann mit den anderen Menschen auf den Monserrate fahren lassen. Dieser Berg, der von Bogota immer und überall zu sehen ist, erstreckt sich auf 3.152 m. Okay, es ist nur ein verhältnismäßig kleiner Andenberg, aber trotzdem beeindruckend.

Oben angekommen belohnt mich der Blick nach unten und auf den gegenüberliegenden Berg. Es ist entspannt auf dem Monserrate entlang zu laufen, denn das Panorama macht die Fotos der Anden realistisch. Genauso habe ich mir die Anden vorgestellt.

Den Gaumen könnte ich mir im Restaurant oder Café verwöhnen lassen, ich entscheide mich aber für den gemütlichen Spaziergang und den staunenden Blick in die Wolken der Berge.

Von hier aus genieße ich den herrlichen Blick auf die Stadt Bogota und staunen über die riesige Fläche. Dennoch: es ist eine witzige Vorstellung – denn von hier oben blicke ich logischerweise nach unten. So schaue ich runter auf das riesige Bogota. Dabei versuche ich mir bewusst zu machen, dass das da unten, eigentlich weit oben ist. Unsere Zugspitze ist nur ein wenig höher, als die Stadt da unten.

Blick vom Monserrate auf Bogota
Blick vom Monserrate auf Bogota

Auf dem Monserrate steht eine weiße Basilika. Ringsherum wird der gefallene Jesus gezeigt, auch wie er ans Kreuz genagelt wird. Unschön!

Mietwagen oder öffentliche Verkehrsmittel?

Als ich meine Kolumbien-Tour plante und mein Start in Bogota feststand, kam ich auf die Idee, mir einen Mietwagen zu buchen. Das ist grundsätzlich nicht besonders schwierig, denn Mietwagen gibt es in Hülle und Fülle. Allerdings ist das Autofahren in Bogota eine ganz besondere Nummer. Ich hatte schon von dem südamerikanischen Temperament der Autofahrer gehört, so hatte ich mich entschieden, keinen Mietwagen in der Großstadt zu buchen. Das war eine gute Entscheidung!

Verkehrsregeln mag es geben, allerdings glaube ich die Sache mit der Vorfahrt schnell begriffen zu haben: Wer am lautesten hupt und sich am schnellsten reindrängelt hat Vorfahrt!

Die Bremsen sind hier das wichtigste Teil am Fahrzeug, denn neben der Bremsfunktion sind die Bremsen der akustische Signalgeber. Interessanterweise schaffen es die meisten Autofahrer tatsächlich ohne Beulen zum Stehen zu kommen. Die Spuren sind gekennzeichnet, aber was bringt das?

Auf meinem Weg vom Flughafen zum Hotel habe ich mir ein Taxi genommen. Mit meinem Adrenalin hätte ich wahrscheinlich viel Geld verdienen können. Ein Gehupe und Gedrängel. Wow, es hat auf dem ganzen Weg zum Hotel nicht einen Auffahrunfall gegeben. Irre!

In der Hauptverkehrszeit ist es egal, ob Mietwagen oder Taxi. Es geht nicht vorwärts! Die Straßen sind verstopft und laut. Nachdem Mietwagen und Taxis ausgeschieden sind, bleibt der Bus. Das ist neben dem Fußmarsch die einzige brauchbare Möglichkeit, denn eine Straßenbahn oder andere Verkehrsmittel auf der Schiene gibt es nicht. Allerdings gibt es ein sehr dichtes und gut funktionierendes Bus-System. Das TransMilenio-Netz besteht aus roten Bussen, die auf eigenen Spuren im Minutentakt hintereinander herfahren. Es ist im Prinzip nichts anderes als die Straßenbahn bei uns, lediglich aber auf der Straße und ohne Schienen.

Bus in Bogota
Die Busse haben eigene Spuren und fahren am Stau vorbei

Die Busse haben ganz eigene Spuren, die für den normalen Fahrzeugverkehr gesperrt sind. Außerdem sind die Preise sehr niedrig. Also: Fahrkarte holen und aus dem Bus den stehenden Autos zuwinken. Schon fies!

Das Bussystem funktioniert wirklich gut und wer nicht nur einmal fahren will, sollte sich eine Fahrkarte aus Plastik holen und diese immer wieder aufladen. Blöd ist, dass die Fahrpläne in den Busstationen nicht aushängen und man gar nicht so richtig weiß welche Linie man nehmen muss. Ansonsten sind die Busse eine klasse Sache und eine gute Möglichkeit in Bogota zu fahren.

Bogota ist eine andere Welt – Verrückt

Mein erster Tag in Südamerika brachte mich in eine andere Welt. Diese erlebte ich in Bogota, der Andenstadt in Kolumbien. Alles ist anders und doch ähnlich, nur eben entgegengesetzt. Während in Deutschland Winter ist, erlebe ich in Bogota den Sommer des Hochgebirges. Ich fahre Seilbahn und blicke auf eine riesige Stadt nach unten. Aber eigentlich sind 2.640 m schon ganz weit oben. Sämtliche Rechnungen bezahle ich in riesigen Beträgen. So sind 8.000, 20.000 und 40.000 Peso ganz normale Summen. Es sind große Zahlen, die für mich aber nur Kleingeld sind. Durch den graubedeckten Himmel bekomme ich einen Sonnenbrand und Verkehrsregeln bedeuten nichts. Es ist eben anders in Kolumbien.

Es hat eine Reise begonnen, deren Verlauf sich nur schwer erahnen und vorhersagen lässt. Auf geht’s in den Regenwald…